Sonntag, den 22. März 2026, 16 Uhr
Konzert „Vielsaitige Klänge aus aller Welt“
im Ballsaal des „Grünen Baum“ in Fürth
Bayerisches
Landeszupforchester, Leitung: Oliver Kälberer
Das Programm des BLZO beginnt mit einer
der großen Hamburger Sinfonien (Wq 183/1) von Carl Philipp Emanuel
Bach in einer Bearbeitung für ZO von Oliver Kälberer. Mit diesem
Werk öffnet Bach den musiksprachlichen Horizont des ausklingenden
Barock. Im liberalen Hamburg angekommen und nach dem Verlassen des
Hofs von Friedrich dem Großen in Potsdam geistig erfrischt, findet
Bach in dieser Sinfonie eine völlig neue, sehr virtuose Tonsprache
mit unerhörten Rhythmen und abrupten Wechseln in der Harmonik, die
das Publikum staunen lassen.
Es folgt die Villarejo Suite des spanischen Komponisten Pedro Chamorro
Martínez. Der Komponist beschreibt in diesem poetischen Werk seine
Emotionen zur Heimat seiner Vorfahren mütterlicherseits. Der 1. Satz
„Familienbeschwörung“ beschreibt eine Unmenge trauriger
Erinnerungen, die der Spanische Bürgerkrieg mit sich brachte. Der 2.
Satz erzählt vom Gipfel der „Piedra Moral“ – einem
beeindruckenden Felsen, der majestätisch mitten im Wald aufragt.
Nach dem Aufstieg durch eine einsame Landschaft von verführerischer
Schönheit erwartet den Wanderer das Gefühl von Freiheit. Ein Echo
tritt überraschend hervor. Der 3. Satz „Garten der Luft“
beschreibt eine wunderschöne Wiese mitten im Kiefernwald, wo eine
Quelle entspringt. Einst hielten hier Hirten und Kiefernbauern inne,
erholten sich von ihrer harten Arbeit und fanden Ruhe und
Abgeschiedenheit. Im letzten Satz „Isacea“ beschreibt der
Komponist einen Ort seiner glücklichen Kindheitsspiele, einen
idyllischen Ort in einem Tal mit einem Bachlauf, umgeben von Feldern
voller Weizen und Gerste.
Die Konzerthälfte endet mit dem Cembalo-Doppelkonzert BWV 1062 von
Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung von Oliver Kälberer für
2 Mandolinen, 2 Gitarren und Zupforchester. Die vier Solisten aus den
Reihen des Orchesters musizieren paarweise als rechte und linke Hand
des Cembalisten. Ein kraftvolles und fröhliches Werk zur Pause.
In der zweiten Konzerthälfte bilden 2 große Werke einen starken
Kontrast. Es erklingt zuerst die Suite „Aus Holbergs Zeit“ von
Edvard Grieg. Für die Norweger symbolisiert der 1684 geborene
Philosoph, Dichter und Humorist Ludvig Holberg die Epoche des
Spätbarock. Edvard Grieg komponierte zum Jubiläum des 200.
Geburtstags eine Klaviersuite, die er später für Streichorchester
instrumentierte. Er wiederbelebt mit den Mitteln des romantischen
Streicherklangs eine spätbarocke Orchestersuite mit ihren
französischen Tanzformen. Einem festlichen Präludium folgen eine
langsame Sarabande und eine gut gelaunte Gavotte mit einer rustikalen
Musette, ein lyrisches Air – einen melancholischen Gesang, den er
als „religiöses Andante“ bezeichnet – und als delikater
Schlusspunkt erklingt ein Rigaudon, ein schneller Tanz mit einer
Pizzicato-Begleitung.
Als letztes Werk erleben Sie die Werkstattaufführung einer Auftragskomposition des in München
geborenen Komponisten Robert Zollitsch. Robert Zollitsch studierte
Komposition in Berlin und erhielt 1993 ein Stipendium, um in Shanghai
chinesische traditionelle Musik und chinesische Zither zu studieren.
Heute gilt Zollitsch als Experte für chinesische, mongolische und
tibetanische Kunstmusik. In seinen Kompositionen verschmelzen
Elemente verschiedener Kulturen miteinander. Es scheint sich um
traditionelle chinesische Kunstmusik mit westlichem Einfluss zu
handeln. Manchmal klingt seine Musik wie Mozart, wie Vivaldi oder wie
Popmusik. Das Ergebnis ist ein Stil der einzigartig „Robert
Zollitsch“ ist. Unser neues Werk heißt „Wu Lin Qi Xing“ mit
den Sätzen I. Erscheinungen, II. Wildwasser, III. Grasland, IV.
Nebelreich und V. Waldtanz.
