Liebe Leserinnen und Leser, herzlich willkommen beim Zupfboten-online!
Auf dieser Seite berichtet der BDZ Landesverband Bayern über Nachrichten und Veranstaltungen des Verbandes und über die Aktivitäten seiner Mitglieder. Er ist damit das Informations-Medium für alle Aktiven und stellt die Leistungen der bayerischen nicht-professionellen Zupfmusikszene gleichzeitig einer breiten Öffentlichkeit vor.
zur Mitgliederversammlung und zur Landeshauptausschusssitzung des BDZ LV Bayern e.V. am Montag, den 1. November 2010 (Allerheiligen) um 13:30 Uhr
in der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf
Tagesordnung:
Begrüßung
Feststellen von Anwesenheit und Stimmkraft
Tätigkeitsbericht des Präsidiums mit Kassenbericht
Bericht über die geänderten Zuschussrichtlinien durch das Ministerium und die bisherigen Reaktionen zur Verhinderung der Staatszuschusskürzungen für den BDZ
Bericht der Landesmusikleiterin
Vorschau auf 2011
Sonstiges
Diese Einladung zur Mitgliederversammlung entspricht Art. 8 der Satzung des Landesverbands Bayern und ist somit rechtsgültig. Anträge zur Landesmitgliederversammlung sind schriftlich spätestens 3 Wochen vor der Versammlung beim Präsidenten einzureichen.
Die Versammlung findet im Anschluss an die Arbeitstagung des BLZO statt. Wer zusätzliche Verpflegung oder/und Übernachtung in Marktoberdorf benötigt, informiere mich oder die Geschäftsstelle davon bitte umgehend.
Ich hoffe auf eine rege Beteiligung und wünsche schon jetzt eine gute Anreise.
Mit freundlichem Gruß von
Joachim Kaiser
Landesverbandspräsident [Hammelburg, 17.08.2010]
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Kulturförderpreis für Ensemble Roggenstein
[19.05.2010] Das Ensemble Roggenstein, Zupforchester der Kreismusikschule Fürstenfeldbruck, hat den Förderpreis 2009 des Kulturvereins Fürstenfeld erhalten. Am 12. Mai 2010 wurde der Preis im Rahmen des Konzertabends »Junge Stars« im Veranstaltungsforum Fürstenfeldbruck feierlich überreicht.
Mit dem Förderpreis ehrt der Kulturverein in jedem Jahr Personen oder Institutionen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, die sich durch herausragende kulturelle Leistungen aus dem Bereich der bildenden und darstellenden Künste, der Literatur oder der Musik verdient gemacht haben.
In ihrer Laudatio hob die Vorsitzende des Kulturvereins Barbara Stammberger hervor, dass der Name Ensemble Roggenstein bundesweit zum Inbegriff hoher musikalischer Qualität geworden sei. Fünf Mal in Folge sei das Orchester unter der Leitung von Oliver Kälberer Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerb geworden, regelmäßig sei es Gast auf Veranstaltungen der Bayerischen Musikschulen und des Bayerischen Rundfunks sowie auf internationalen Musikfestivals im In- und Ausland.
Über 100 Spielerinnen und Spieler hätten im Laufe der letzten 30 Jahre einen Beitrag zu den Erfolgen des Ensemble Roggenstein geleistet und dabei auch für sich persönlich viel gewonnen. Vor allem Jugendliche würden seit Beginn der Ensemblearbeit besonders gefördert. Viele der Nachwuchsmusikerinnen und -musiker seien Preisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert und Mitglieder des Bayerischen Landesjugendzupforchesters.
Stammberger würdigte dies als herausragende Leistungen im Bereich der Förderung junger Musiker und der hohen künstlerischen Qualität und überreichte Oliver Kälberer den Preis über 1.500 Euro.
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Vivaldi Tiger mit Gastorchester im MAN Forum
[17.05.2010 • Dr. Andrea Deininger] Das neue MAN Forum an der Dachauerstraße war Spielort eines gemeinsamen Konzerts der Vivaldi Tiger mit einem Gastensemble vom Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz.
Die Tiger begeisterten unter ihrer Dirigentin Monika Fuchs-Warmhold die zahlreichen Zuhörer mit altdeutschen Hoftänzen sowie Musik aus Irland. Einen Ausflug in die Romantik gab es ebenso wie ein wunderbar lebhaft vorgetragenes Stück aus Venezuela. Ein Zupfquartett präsentierte ein Werk des italienischen Benediktinermönches Adriano Banchieri. Wie immer zeigten die jungen Musiker ein schönes musikalisches Zusammenspiel und große Harmonie.
Cantomano, so hießen die Gäste, begannen mit Musik aus Italien. Ein Hüpftanz, genannt Saltarello, sowie ein Totentanz von Angelo Branduardi wiesen gleich zu Beginn auf die Vielfältigkeit des Ensembles hin. Prim-, Kontrabass-, und Oktavgitarre sowie die verschiedensten Percussionsinstrumente wurden stets in das Spiel mit einbezogen. Bei Gentle Rain, einem brasilianischen Stück wurde das Ensemble wunderbar von Susanne Schiffels auf der Trompete verstärkt. Beim Jazzstück Birdland von Joe Zawinul überzeugte Sebastian Gerhartz auf dem Saxophon. Die Gäste zeigten mit ihrem musikalischen Leiter Volker Höh ein breites Repertoire von Barock bis lateinamerikanischer Musik und eine ganz unterschiedliche Interpretation von Gitarrenmusik.
Zum Schluss musizierten die beiden Orchester gemeinsam. Chilenische Folklore, ein Schreittanz von John Dowland sowie eine Rumba von Dieter Kreidler bildeten den imposanten Höhepunkt des Konzerts. Mehr als 40 Kinder und Jugendliche von 10 bis 18 Jahren spielten wunderbar zusammen und das Publikum konnte die Freude am gemeinsamen Musizieren hören und sehen.
In der neuen modernen Kulisse des MAN-Forums gab es anschließend ein Abendessen für alle Mitwirkende. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen für die jungen Musiker und die mitgereisten Eltern, mit dem Bus ging es zurück nach Rheinland-Pfalz. Alle waren voll des Lobs für die bayrische Gastfreundschaft und man versprach sich, dieses gemeinsame Musikerlebnis irgendwann zu wiederholen.
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Große Gruppe – große Wirkung
Fortbildung im Klassenmusizieren trifft auf reges Interesse
[14.05.2010] Der Bund Deutscher Zupfmusiker Landesverband Bayern veranstaltete zum dritten Mal in der Bayerischen Musikakademie Hammelburg eine Fortbildung für Instrumentalpädagogen mit dem Thema »Klassenmusizieren für Zupfinstrumente«.
Erneut konnten die bewährten Dozenten Michael Diedrich (Mosbach) und Ingo Brzoska (Bottrop) mit ihrem fundierten Fachwissen und ihren Erfahrungen im Großgruppenunterricht die hoch motivierte Teilnehmerschar beeindrucken. Einen Tag verstärkte Ariane Zernecke-Lorch (Großalmerode) das Team mit Berichten ihrer Erfahrung an Zusammenarbeit von Musikverein und Grundschule. Praktische Unterrichtssequenzen in zügiger Abfolge sorgten für eine lebendige Arbeitssituation, die die Teilnehmer aufsogen und sogar lieber auf die geplanten Pausen verzichteten, nur um möglichst viele Informationen zu erhalten.
Die Mandolinen- und GitarrenlehrerInnen aus dem gesamten Bundesgebiet, die den Weg nach Hammelburg gefunden hatten, waren begeistert von der Vielzahl an Tipps und den umsetzbaren Konzepten, die in den drei unterschiedlichen Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen erprobt und bewährt sind.
Die weiteren Kursinhalte waren:
die Vorstellung funktionierender Konzepte und deren praktische Umsetzung
Methodenvielfalt und Spielideen aus der Elementaren Musik, die sich auf die Gitarrenklassen im Grundschulbereich übertragen lassen
die Vermittlung der Freude an der Musik und gemeinsames Erleben im Orchesterspiel von Anfang an
grundlegende Spieltechniken der Gitarre sowie eine musiktheoretische Basis
Möglichkeiten und Grenzen des Klassenmusizierens/Großgruppenunterrichts
verwirklichbare Zielvorstellungen in großen Gruppen
praktische Beispiele in Unterrichtssequenzen
Unterrichtsstart und Lektionenplanung
organisatorische Rahmenbedingungen
Sowohl die Teilnehmer als auch die Dozenten waren sich einig: Wiederholung ist möglich, bei entsprechender Nachfrage sehr gewünscht! Interessierte wenden sich bitte an petrabreitenbach@t-online.de.
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Vivaldi Orchester feiert Geburtstag im Bürgerhaus
[29.04.2010 • Dr. Andrea Deininger] Eine musikalische Geburtstagsfeier der besonderen Art bot am 24. April das Vivaldi Orchester zum 40-jährigen Bestehen.
Bereits vor Beginn des eigentlichen Konzertes konnten sich die Besucher bei einem Gläschen Sekt einen Überblick über die abwechslungsreiche Geschichte des Ensembles verschaffen. Das Vivaldi-Orchester ist unter Leitung von Monika Fuchs-Warmhold mehrfacher Preisträger verschiedener Wettbewerbe und konzertierte u.a. in Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Tschechien, Italien und Russland. Von 1981 bis heute nahm es an vielen Festivals und Wettbewerben teil. Höhepunkte waren diverse Preise beim deutschen Orchesterwettbewerb sowie eine Reise nach Voronesh, Russland 1993.
Den musikalischen Teil des Abends begann der talentierte Nachwuchs, die Vivaldi-Tiger mit Capriccio Microna, einem gemäßigt modernen Werk des Hamburger Komponisten Ralph Paulsen-Bahnsen sowie einem temperamentvollen Ausflug in die argentinische Folklore. Die jungen Musiker spielten gewohnt schwungvoll und konzentriert, verstärkt wurden sie durch einige Neuzugänge von den Vivaldi-Mäusen.
Das Vivaldi-Orchester startete mit Tabulaturen, Melodiefragmente aus alten Tänzen des 16. Jahrhunderts, von Gunther Erdmann. Danach gab es ein Konzert für Blockflöte und Orchester vom englischen Barockkomponisten John Baston, der selbst Flötist war und hauptsächlich für Blockflöte komponiert hat. An der Flöte überzeugt Ulrike Pobel, die die schwierigen und teils schnellen Sätze mit Bravour meisterte, stets in schönem Zusammenspiel mit dem engagierten Orchester.
Höhepunkt des ersten Programmteils war das Concerto h-moll für 4 Sologitarren und Zupforchester von Antonio Vivaldi. Das Werk stammt aus dem im Jahr 1711 im Druck erschienenen Konzert Zyklus »L’estro Armonico« (die harmonische Eingebung). Die anfänglich leicht nervösen Solisten Andreas Froschmayer, Colin Lang, Anna Pobel und Angelika Riepl fanden schön in das Werk und zeigten dem Publikum die Vielseitigkeit des Gitarrenspiels. Hervorzuheben ist die erst 16-jährige Anna Pobel, deren erster Soloauftritt im Vivaldi-Orchester bestens gelang.
Der zweite Teil des Programms war der neueren Musik gewidmet. »The Typewriter« von Leroy Anderson für Schreibmaschine und Gitarre gefiel dem Publikum, der Gitarrenchor des Orchesters spielte souverän und rhythmisch unterstützt von Jürgen Schieber an der Schreibmaschine. Julia Warmhold sang anschließend mit schöner klarer Mezzosopranstimme zwei Stücke, vor allem Gabriellas Sang aus dem Film »Wie im Himmel« riss die Zuhörer zu Bravo-Rufen hin. Mit dem »Elefantenpfad« des spanischen Komponisten Eduardo Maestre, der das Leben und Treiben in einer Kneipengasse in einem spanischen Weinort beschreibt, kam Geburtstagsstimmung im Bürgerhaussaal auf. Zum Schluss gab es noch drei Tänze zu hören, einen schrillen Hexentanz von Civitareale, einen Walzer von Khatchaturian sowie Filmmusik von Mikis Theodorakis. Bei der Zugabe, einem Boogie, ließen sich manche Zuhörer zum Tanzen verleiten.
Als Gratulanten erschienen Stefan Kolbe, der Bürgermeister von Karlsfeld sowie Holger Linde als Vorsitzender des Musikvereins. Beide stellten die herausragende Stellung des Vivaldi-Orchesters im kulturellen Leben Karlsfelds dar und wiesen auf die sehr gute Jugendarbeit hin. Beide dankten den Musikern und deren Dirigentin mit einem Scheck. Peter Kaiser vom Bund Deutscher Zupfmusiker würdigte die hervorragende Leistung Monika Fuchs-Warmholds mit der Verleihung der goldenen Ehrennadel. Peter Nozicka, Vorsitzender des Fördervereins spendierte ebenfalls einen Scheck zum Jubiläum.
Auch der Radiosender Bayern-4-Klassik ist bereits auf das Vivaldi-Orchester aufmerksam geworden. So gab es zum Jubiläum einen Beitrag in der Sendung Allegro, der auf der Webseite des Senders abgehört werden kann.
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Vivaldi Orchester auf Probenwochenende
[04.04.2010 • Dr. Andrea Deininger] Das große Orchester sowie die beiden Jugendgruppen des Vivaldi-Orchesters Karlsfeld, die Vivaldi-Mäuse und die Vivaldi-Tiger waren wie jedes Jahr mit ihrer Leiterin Monika Fuchs-Warmhold auf Probenwochenende.
Die Jüngsten waren in Kienberg im Allgäu. Mit dabei waren dieses Jahr auch zwei Väter als Betreuer. Bei viel Schnee stand neben dem gemeinsamen Musizieren auch Schlittenfahren auf dem Programm. Trotzdem kam das Üben nicht zu kurz, denn die kleinen Musiker haben sich auf ein gemeinsames Konzert mit der Zupferklasse der Verbandsgrundschule am 18. Mai vorbereitet. Zum Abschluss des Wochenendes gab es für die angereisten Eltern eines schönes kleines Konzert mit dem Beatles-Hit »When I’m sixty-four«.
Die etwas älteren Jugendlichen fuhren nach Josefstal am Schliersee. Bei gutem Essen und schöner Unterkunft fühlten sich die Jugendlichen mit ihren Betreuerinnen Monika Fuchs-Warmhold und Claudia Faiss wohl und die Stimmung war sehr harmonisch. Geprobt wurde vor allem für das gemeinsame Konzert mit einem Gastorchester aus Montabaur, das am 15. Mai im Forum der MAN stattfindet. Auch hier gab es für die Eltern am Sonntag ein kleines Konzert mit Boogie und Folklore.
Das große Vivaldi-Orchester fuhr zur Musikakademie im Schloss Alteglofsheim. Geprobt wurde im großen Konzertsaal des imposanten Gebäudes. Sowohl der Gitarrenchor als auch das Zupforchester übten hauptsächlich das Programm für das Jubiläumskonzert am 24. April im Bürgerhaus. Während tagsüber die Musik im Vordergrund stand, gab es abends Spielrunden und gemeinsames Singen, auch mit anderen Gästen des Hauses. Am Sonntag wurden dann noch neue Fotos zum Jubiläum gemacht, die sicher bald in der Presse zu sehen werden sein.
Die nächsten Termine der drei Vivaldi Orchester sind:
8. Mai: Vivaldi Tiger in der Halle der Firma Bunk zum 25 jährigen Jubiläum.
15. Mai: Gemeinschaftskonzert Vivaldi Tiger mit Gastorchester aus Montabaur im MAN Forum, Dachauer Straße 667
18. Mai: Vivaldi Mäuse mit der Zupferklasse in der Verbandsgrundschule Karlsfeld
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Bejubelter Flug über die Steppe
Zupf-Ensemble Lohr begeisterte 200 Zuhörer in der Realschulaula
[22.03.2010 • Gisela Büdel / Mainpost] Italien, Spanien, Mexiko, Afrika – auf vielfach gewundenen musikalischen Pfaden erschloss das Lohrer Zupf-EnsembleKlangwelten von Barock bis Folklore. 200 Zuhörer genossen am Samstagabend in der Aula der Georg-Ludwig-Rexroth-Realschule das Frühlingskonzert als ein Fest der Sinne.
Mit Einflüssen unterschiedlicher Kulturen überschritt das zweistündige Konzert nicht nur geografische, sondern auch Musik- und Genregrenzen. Musikalisches Neuland betrat das Ensemble in der Besetzung mit Holzbläsern, Streichern und Percussionisten der Sing- und Musikschule und Stadtkapelle Lohr.
Zur Uraufführung kam Oshiwambo, komponiert und dem Zupf-Ensemble gewidmet vom 17-jährigen Lohrer Gymnasiasten Robin Becker. Das Werk – benannt nach einer Bantusprache aus Namibia – beschreibt einen Morgenflug über die Steppe Afrikas. Gemeinsam mit Sonja Dietrich überzeugte der Komponist selbst am Marimbaphon.
Unter den dunklen Klängen wurde so mancher Zuhörer vom Fernweh gepackt – allen voran Realschulrektor Georg Strobel, den bekennenden Liebhaber von Afrikas Land und Leuten. Stehender Applaus bewertete die Komposition als Höhepunkt des Abends; die von den Musikern angekündigte Herausforderung wurde mit Bravour gemeistert. Im Tanz für Violine und Zupforchester von Werner Lemberg glänzte Solistin Katja Ebel. Die 17-jährige Violinistin aus Rechtenbach musizierte auf hohem Niveau. Gleichermaßen verzaubern ließ sich das Publikum vom Zupfensemble in gewohnter Besetzung. Schnelle präzise Wechsel der Stimmen erforderte Palladio von Karl Jenkins, arrangiert von Musikstudentin Jaqueline Stürmer (Partenstein).
Es erklang die Sinfonia G-Dur von Franz Xaver Richter, bearbeitet von Detlef Tewes. Kirchentonal gefärbte Melodien von Gustav Gunsenheimer machen das Konzert Nr. 1 für Cembalo und ZO aus. Gefühlvoll musizierten die Solisten Susanne Nickel am Klavier und Robin Becker an den Pauken, dynamisch begleitet vom Zupf-Ensemble. Ein schwungvoller süditalienischer Volkstanz geleitete in die Pause: Die Tarantella von Gino del Vescovo, bearbeitet von Elke Tober-Vogt.
Granada und Sevilla, zwei Sätze aus der Suite Español von Isaac Albeniz arrangiert von Detlef Tewes, ließen Spaniens Sonne aufgehen. Leidenschaft pur verströmten fünf Sätze aus der Suite Mexicana Op. 16 von Eduardo Angulo. Extreme Stimmungen von fröhlich und festlich wechselten mit Melancholie und tiefer Bewegtheit. Hohe Musikalität, ausgereifte Technik und Freude am Spiel machten das Hören und Verstehen der Klangwelten zu einem Erlebnis. Gitarrist Sébastien Schmitt führte zu den Musikstücken hin und unterstrich mit humorvollen Kommentaren den heiteren Charakter des Frühlingskonzertes.
Kurzum: Dirigentin Petra Breitenbach und ihr Ensemble begeisterten das Puplikum nachhaltig. Herzlicher Applaus wurde von Herzen belohnt: Sincerely vom Estländer Valdo Preema. Und zu guter letzt hob man noch einmal ab zu Robin Beckers Flug über die Steppe – Oshiwambo.
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Eigener Sendeplatz für Laienmusik im Bayerischen Rundfunk
[07.02.10] Neuerdings sendet Bayern Plus – das digitale Radio der Zukunft – jeden Sonntag von 14 bis 15 Uhr im »Musiksalon« Laienmusik aus Bayern. Der »Musiksalon« möchte in der Kombination aus Moderation und Musik alle Sparten der Laienmusik sowie musikalische Beiträge aus den Musikschulen präsentieren.
»Bayern plus« ist das jüngste Hörfunkprogramm des Bayerischen Rundfunks und sendet rund um die Uhr Musik und Information. Bayernweit ist »Bayern plus« über Antenne mit Digital-Radio DAB auf Kanal 12 D zu hören. Ebenso ist es als Livestream über das Internet verfügbar, sowie europaweit über Satellit via DVB-S Radio.
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Übungswochenende des Zupfensemble Lohr in Hammelburg
[25.01.10] Zur Vorbereitung auf das Jahreskonzert am 20.03.2010 haben wir 18 Musikerinnen und Musiker des Zupfensemble Lohr uns bei einem Übungswochenende gemeinsam mit unserer Dirigentin Petra Breitenbach intensiv mit teils neuer, teils älterer Spielliteratur beschäftigt.
Nach intensiven Stimmproben, die bei den Gitarren von Andreas Kantenwein geleitet wurden, und in denen Petra Breitenbach mit den Mandolinen/Mandola den »Fehlervermeidungsfingersatz« trainiert hat, trafen wir uns zu abwechslungsreichen Tuttiproben. Hier ging es u.a. um die Interpretation von »Bindebögenabschlüssen«, »Stierkampf mit Igel« und um einen quasi »fließenden Richter-Barock«. Hierbei hatten wir alle viel Spaß und Andreas sorgte teilweise für ein völlig neues Spielgefühl bei altbekannten Werken, so z.B. »kein bella Napoli bei spanischem Granada«! Vielen Dank Andreas – es gefällt uns sehr gut so!
Natürlich kam neben dem fleißigen Proben+Üben auch das Vergnügen nicht zu kurz. Bei Sekt und Chips (u.a. neue Variante in grün: Wasabi-Geschmack, hmm) im Keller oder bei einem Besuch im Kissalis in Bad Kissingen. Und bei unseren Youngsters ging es mit Ligretto und Halli Galli reaktionsschnell zur Sache!
So erfolgreich proben und dabei so viel Spaß haben konnten wir u.a. nur, weil wir in der Musikakademie in Hammelburg bestens untergebracht waren und von der Küche hervorragend bekocht wurden. Vielen Dank hierfür.
Und trotz kleiner Blasen an den Fingern und schmerzendem Sitzfleisch war es ein tolles, gemeinsames, musikalisches Wochenende mit dem Wunsch nach mehr …
Vielen Dank an Petra und Andreas!
Und bis zum nächsten Jahr …!?
Gute Sprüche des Wochenendes:
»Ein Orchestersamstag ist wie ein Sonntag!!«
»Fehlervermeidungsfingersatz: das ist ein Glücks-Griff!«
»Man kann auch mit normalen Mitteln schöne Musik machen.« (ohne Tremolo??)
»Spielt doch einfach was da steht!« (eine Gitarristin zu den Mandolinisten)
»Oh, ein Igel! – Das ist ein Stier, Du Schlumpf!« (unterschiedliche Deutung einer Eintragung in die Noten)
»In zu langsamem Tempo ist es unangenehm …«
»So – jetzt funktionierts aber!« (Gitarrist zu den Mandolinen nach mehrmaligem Wiederholen einer Stelle)
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Der Weihnachtsbrief des Präsidenten
Liebe Mitglieder,
Zum Ende dieses Jahres danke ich Ihnen ganz herzlich für Ihr Engagement innerhalb der Zupfmusik in Bayern. Mit Ihrem Willen zur Weiterbildung an Ihrem Instrument und in der Theorie, sowie Ihrem Einsatz in der Vorbereitung und Durchführung musikalischer Darbietungen gelingt die positive Weiterentwicklung der Zupfmusik in Bayern und darüber hinaus.
Allerdings gibt es massive Bestrebungen von Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, bei der Verteilung der Mittel zur Förderung der Laienmusik die Zuschüsse für den BDZ um ein Viertel zu kürzen. Hintergrund hierfür ist die Regelung, nicht nach qualitäts- bzw. leistungsbezogenen Kriterien, sondern fast ausschließlich aufgrund der Zahl der Verbandsmitglieder über die Mittelverteilung zu entscheiden. Dadurch wird, da wir im Vergleich zu Bläsern und Sängern deutlich weniger Mitglieder haben, der BDZ in seinem hochwertigen (Kurs-)Angebot äußerst negativ beeinträchtigt. Sollte sich, was zu befürchten ist, diese Regelung durchsetzen, wird es den Landesverband Bayern im BDZ zumindest in der zur Zeit existierenden Form nicht mehr geben, denn mit einer solch einschneidenden Kürzung der Mittel wird eine wie seit Jahren durchgeführte qualifizierte und trotzdem kostengünstige Fort- und Weiterbildung der Zupfmusiker in Bayern durch den BDZ nicht mehr möglich sein.
Bisher führen wir jedes Jahr mindestens acht reine Fortbildungslehrgänge plus die Probenphasen der beiden Auswahlorchester BLZO und BLJZO durch. Von den Gesamtausgaben des BDZ Bayern betragen dabei die Geschäftskosten nur 5%. Insbesondere in der Jugendarbeit setzt der Landesverband seit Jahren Maßstäbe: Unter den ersten Preisträgern beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2009 im Fach Gitarre sind 7 von 23 Teilnehmern aus Bayern, das sind über 30% aller 1. Preise in ganz Deutschland! Aus diesem Grunde ist es im Interesse aller jetzigen Mitglieder äußerst wichtig, neue BDZ-Mitglieder zu werben. Und dass dies auch in deren Interesse ist, zeigen die Vorteile einer solchen Mitgliedschaft:
Kostenlose Fachzeitschrift Concertino
BDZ-Fortbildungsangebot sowie Gebührenermäßigung bei der Teilnahme an Lehrgängen des BDZ
Qualifikationsnachweise nach erfolgreicher Teilnahme in Form von Abschlusszertifikaten
preiswerter Versicherungsschutz für Unfall-, Haftpflicht- und Instrumentenversicherung
GEMA-Vergünstigungen
Zuschüsse für vereinseigene Instrumente und Noten
Förderung begabter Nachwuchsspieler/innen durch Vermittlung von Konzertmitwirkungen und Einladungen zu Kammermusik- und Meisterkursen
Vermittlung von Lehrkräften für vereinseigene Fortbildungsmaßnahmen
Arbeitshilfen für Spieler/innen und Ensembleleiter/innen in Form von Literaturverzeichnissen, Schallplattenverzeichnissen, Bücherlisten, Seminarskripten und Tonträgern
kostenlose Homepage für Mitgliedsensembles sowie weitere Dienstleistungen
Bitte engagieren Sie sich deshalb intensiv, um neue Mitglieder zu werben. Ein entsprechendes Formular und die ausführlichen Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie hier. Zum Ende des nächsten Jahres wird dann das Orchester mit den meisten Neumitgliedern ein Notenpräsent als »Dankeschön« erhalten.
Um unsere intensive Seminararbeit und das reichhaltige Kursangebot weiterhin realisieren zu können und in den Genuss von Zuschüssen zu kommen, ist neben der massiven Mitgliederwerbung auch in diesem Jahr wieder Ihr »Rechenschaftsbericht« (vor allem die Angabe der Gemeinnützigkeit!) von großer Bedeutung. Auch möchte ich den bereits im Vorjahr vorgetragenen Wunsch wiederholen und darum bitten, Beiträge und Berichte über Konzerte, Probenphasen, Kurse, Orchesterreisen o. ä. direkt über die Homepage an die Redaktion des Zupfboten zu senden. Nur so ist ein reger Austausch und Kontakt untereinander möglich. Vielen Dank!
An dieser Stelle gratuliere ich nochmals dem Mandolinen- und Gitarrenverein Noris Süd zu seiner hohen Auszeichnung mit der Pro-Musica-Plakette durch den Bundespräsidenten und zum 100sten Geburtstag des Vereins. Herzlichen Glückwunsch nach Nürnberg! Erst kürzlich konnten das Zeiler Zupforchester sein 20-jähriges und das Ensemble Roggenstein sein 30-jähriges Jubiläum feiern: auch wenn sie im Vergleich zu Noris Süd noch sehr »jung« sind, leisten doch beide Orchester eine beachtliche und niveauvolle Arbeit und dienen somit der Verbreitung und Anerkennung unserer gemeinsamen Sache. Auch Ihnen herzliche Glückwünsche!
Ich wünsche Ihnen allen, auch im Namen des gesamten Vorstands, neben den Vorbereitungen für die Weihnachtszeit ein paar besinnliche Stunden im Kreise Ihrer Familien, einen schönen Advent, friedliche Feiertage und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und hoffentlich mitgliederreiches neues Jahr 2010.
Ihr Joachim Kaiser[Dezember 2009]
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100-jähriges Jubiläumskonzert beim MGV »Noris Süd«
[23.10.09 • Petra Wiedemann] Ein ¾ Jahr intensivste Vorbereitungen fanden am 10. Oktober 2009 um 20 Uhr im Rudolf-Steiner-Haus in Nürnberg ihren Höhepunkt.
Minuziös wurde der Jubiläumstag vorbereitet. Ab 10 Uhr hieß es Aufbauen und Vorbereiten sowie den Saal schmücken. Auch eine Pinwand mit alten Fotos über 100 Jahre MGV wurde aufgebaut. Alles war gut im Zeitplan, so dass wir pünktlich um 18:30 Uhr die Türen öffnen konnten.
Unsere Gäste wurden von Mitgliedern des 1. Formationsclubs Fürth stilecht und passend zum Jubiläum in Kleidung um die Jahrhundertwende empfangen und auf Ihre Plätze geleitet. Auch eine Festbroschüre wurde anlässlich des außergewöhnlichen Jubiläums gestaltet und an die Gäste verteilt.
Unter den Zuhörern waren hochrangige Vertreter vom BDZ – so Herr Frank Brandt und Herr Joachim Kaiser. Der Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg hatte die Schirmherrschaft übernommen und schickte die ehrenamtliche Stadträtin, Frau Alesik, als seine Vertretung.
Pünktlich um 19:30 Uhr eröffnete das Orchester unter Leitung von Horst Schiller mit der »Armonie Alpine« das Festkonzert.
Norbert Wiedemann führte als Moderator durch das Programm. Auch er begann seine Moderation mit Kleidung im Stil der Jahrhundertwende, also in Gehrock und Gamaschen, der Kleidung im Gründungsjahr des MGV. Die Gäste waren begeistert!
Mit kurzweiligen Rückblicken in jedes Jahrzehnt begleitete er das Orchester durch 100 Jahre. Jeweils den Epochen angepasst moderierte er danach in Kleidung der Goldenen Zwanziger-Jahre, in Uniform eines amerikanischen Soldaten, im Frack (wobei er sich auch kurzzeitig als »Saaldiener« betätigte) und zuletzt im schwarzen Anzug.
Das Orchester spielte Stücke aus 100 Jahren – nach der Eröffnung zunächst »Torna a surriento« (begleitet von einem Tenor), danach einen Ragtime aus dem Film »Der Clou« – »The Entertainer«. Hierbei gab es eine Premiere beim MGV: Birgit Schiller dirigierte zum ersten Mal bei einem Konzert und unterstützte so unseren Dirigenten Horst Schiller.
Anschließend gab es einen Augenschmaus für die Anwesenden: Der 1. Formationsclub Fürth bot »Tänze der 20er Jahre« – will heißen Black Bottom und Charleston wurden aufgeführt!
Weiter repräsentierte jedes Lied ein Jahrzehnt im »Leben« des MGV »Noris Süd«. So ging es weiter mit den »Prominenten der Vergangenheit«, welche die 20er Jahre repräsentierten. Dieses Potpourri wurde von einem früheren Dirigenten unseres Orchesters arrangiert. Es folgte »It’s Swingtime« – anschließend das Chianti-Lied für die 40er. Hierbei wurden wir wieder von einem Tenor begleitet. Der »Zupfboogie« war das letzte Stück vor der Pause und sollte die Zeit von 1950 bis 1959 vertreten.
Nach der Pause gut gestärkt ging die kleine Zeitreise des MGV weiter. Begonnen wurde in den 60er Jahren mit einem Ausschnitt aus dem Medley »Schön war die Zeit« mit »Yesterday«. Weiter ging’s mit dem wunderschönen Thema zum Film »Der Pate« – die »Godfather-Suite«.
Birgit Schiller und Elena Romanova-Nöller brachten zwei Gitarrenspecials zu Gehör: »Milonga« von Jorge Cardoso und »Sons de Cariloes« von Joao Pernambuco.
Drei amerikanische Volkslieder wurden – unter Begleitung von Herbert Wolf an der Fiddle – vorgetragen.
Und danach kam der Höhepunkt des Konzerts: Unterstützt von Eva Schiller am Keybord, Julia Reichel an der Querflöte und Rita Bavanati als Sängerin wurde das Titellied der »Titanic«, der Song »My heart will go on« aufgeführt – und war ein voller Erfolg. Der Saal tobte!
Als Erinnerung an die Kongress-Schlussfeier vom 14. September 1913 wurde der »Karl-Boss-Marsch« als Abschlussstück aufgeführt.
Nachdem vom Publikum noch eine Zugabe gefordert wurde, moderierte Norbert Wiedemann das letzte Stück so an: »Ich sage nur noch: ein bisschen Strauß – und dann ist es aus!« Mit dem »Radetzky-Marsch« fand dann das Konzert seinen krönenden Abschluss.
Alles in allem waren es drei kurzweilige Stunden, die bei Gästen und Orchester sehr gut ankamen. Wir sind sehr stolz, ein solches Jubiläum begehen zu können und auch ein Konzert organisiert zu haben, bei dem wirklich alles stimmte!
Wir bedanken uns bei all denjenigen ganz herzlich, die uns auch von Seiten des BDZ bei der Organisation der Veranstaltung mit unterstützt haben. DANKE!
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Konzertreise des Bayerischen Landeszupforchesters nach Bottrop
[17.11..2009 • Dr. Thomas Hammer] Das BLZO unter künstlerischer Leitung seines Dirigenten Dominik Hackner hatte am Allerheiligen-Wochenende Gelegenheit, die angenehmen Seiten des Ruhrgebiets auf einer Konzertreise nach Bottrop kennen zu lernen. Unser Ziel, das von außen leicht futuristisch anmutende Ruhrstadt Hostel in Bottrop, erreichten wir so zeitig, dass wir noch eine spontane Probe unter kollektiver Leitung bewährter Spieler des BLZO durchführen konnten.
Ingo Brzoska, Präsident des BDZ-NRW e.V. und Leiter des gastgebenden Zupforchesters Kirchhellen, setzte dem mit der Einladung zu einem gemütlichen Abendessen im Hotelrestaurant Charisma ein Ende. Dort war nicht nur für das leibliche Wohl, sondern auch für einen herzlichen Empfang durch Mitspieler des ZO Kirchhellen und für unterhaltsame dargebotene Bildung von Bayern und Franken in Sachen Ruhrgebiet gesorgt.
Am Samstagvormittag probte das BLZO im Konzertsaal des August Everding Kulturzentrums seine Beiträge zum Matinee-Konzert. Danach hatten die Kirchhellener bei einer Gesamtprobe des »Song of Japanese Autumn« von Yasuo Kuwahara Gelegenheit, sich auf Dominiks Interpretation dieses gemeinsam unter seiner Leitung aufgeführten Werkes einzustellen.
Es folgte der sportlich-touristische Teil der Reise: 12 Uhr bis 12:30 Uhr Essen fassen in Eigenregie, Fahrt zum Hotel, Instrumente verstauen und einmal kurz durchschnaufen, Anfahrt zur Halde Beckstraße, Aufstieg auf die rund 80 m hohe Halde (über 350 Stufen waren zu bewältigen), für Schwindelfreie weiterer Aufstieg auf die noch einmal 42 m darüber gelegene Aussichtsplattform des Tetraeders (das Wahrzeichen von Bottrop), und dann … erst einmal einen fantastischen Rundblick genießen – vom Alpincenter Bottrop mit der längsten Indoor-Skipiste der Welt im Vordergrund bis weit über die Arena auf Schalke hinaus. Mit der Besichtigung der Kohlenwäsche der Zeche Zollverein im Norden Essens stand um 15 Uhr bereits der nächste Punkt auf unserem Besichtigungsprogramm. Die hervorragende, gut zweistündige Führung vermittelte uns dabei ein sehr eindrückliches Bild der Arbeitsbedingungen in dieser 1932 eröffneten Anlage. Mit einem völlig neuen architektonischen Konzept erreichte man damals eine Förderleistung von bis zu 12.000 Tonnen Kohle täglich,was Maßstäbe für die nächsten Jahrzehnte setzte. Seit der Stilllegung im Jahr 1986 ist die Zeche ein anschauliches Zeichen für den Strukturwandel im Ruhrgebiet: Sie wurde UNESCO Weltkulturerbe sowie Veranstaltungsort für Konzerte und Ausstellungen – und ein Ort, an dem Franken und Bayern eine für sie bis dahin weitgehend fremde Welt kennen lernen konnten. Wer danach noch Energie übrig hatte, begab sich mit dem Bus zum CentrO in Oberhausen, Europas größtem Einkaufs- und Freizeitzentrum. Seinen gemütlichen Ausklang fand dieser Tag im »Exil«, einem türkischen Restaurant in Bottrop mit einem exzellenten Buffet, das dazu den Vorteil hatte, Halloween-freie Zone zu sein.
Am Sonntagmorgen schließlich kamen wir nach einer kurzen Anspielprobe und Ablaufplanung zum Höhepunkt und eigentlichen Zweck unserer Reise – dem Matinee-Konzert im August Everding Saal, das mit einem Publikum von rund 200 Personen erfreulich gut besucht war. Der erste Teil des abwechslungsreichen Konzerts wurde vom Zupforchester Kirchhellen unter Leitung von Ingo Brzoska gestaltet mit »Al Andalus« für vier Gitarren und Zupforchester von Peter Brekau, »Veevalvaja« (Aquarius) für zwei Gitarren und Zupforchester von dem estnischen Komponisten und Astronomieliebhaber Urmas Sisask, und dem 1. Satz aus Fried Walters »Ein kleines Violinkonzert« mit Begleitung von Zupforchester und Blockflötengruppe. Die jugendlichen Solisten standen hier klar im Vordergrund und wurden für ihr musikalisches Spiel mit viel Applaus belohnt. An Ansprachen durfte es bei diesem Anlass natürlich auch nicht fehlen: Zu Wort kamen unter anderem der Kulturdezernent der Stadt Bottrop und die Präsidenten der BDZ Landesverbände Nordrheinwestfalen und Bayern. Der zweite Teil des Konzertes wurde vom BLZO mit Johann Sebastian Bachs »Concerto e-moll« (nach BWV 1062) für 2 Mandolinen (Gertrud Weyhofen, Sabine Spath), 2 Gitarren (Jürgen Thiergärtner, Daniel Ambarjan) und Zupforchester in der Bearbeitung von Olaf van Gonnissen barock eröffnet (Dominik Hackner hier als Continuo-Spieler am Cembalo) und ging über die Romantik (Ugo Bottachiaris »Preludio Sinfonico«) zu zeitgenössischen Kompositionen des estnischen Komponisten Valdo Preema über (»Sincerely« und »Epigonics 2«). Den stimmungsvollen Abschluss des mit viel Applaus bedachten Konzertes bildete dann Yasuo Kuwaharas inzwischen zu den Zupfmusikklassikern zählende Komposition »The Song of Japanese Autumn« in der gemeinsamen, von Dominik Hackner geleiteten Aufführung des Zupforchesters Kirchhellen und des BLZO. Von den Kirchheller Spielern bewirtet mit Pizza »satt« und voll angenehmer Erinnerungen fuhren wir zurück nach Würzburg.